Emissionen im Fokus
Die Betrachtung von Emissionen spielt bei der Beurteilung von Infrastrukturprojekten eine große Bedeutung. Sie ist für die Förderfähigkeit von ÖPNV-Maßnahmen im Rahmen einer individuellen Kosten-Nutzen-Untersuchung bei der Standardisierten Bewertung zwingend erforderlich und nimmt im Rahmen der Verkehrswende als wirksame Maßnahme zu mehr Klimaschutz einen hohen Stellenwert ein.
Life Cycle Analyse
Für einen aussagekräftigen Vergleich alternativer Verkehrsträger sind mehrere Faktoren entscheidend. Neben oft ausschließlich betrachteter Emissionen während des Betriebes von Fahrzeugen ist es ebenso bedeutend, die Emissionen für Bau, Rückbau und Betrieb aller für den Verkehrsträger notwendigen Komponenten über den kompletten Lebenszyklus einzubeziehen.
Herangehensweise
Life Cycle Analysen wurden für zahlreiche Verkehrsträger bereits wissenschaftlich fundiert durchgeführt, so u.a. auch für Seilbahnsysteme. Vorhandene Studien mit ihren Teilergebnissen werden nun zur Grundlage genommen, um Ergebnisse übergreifend vergleichbar zu machen.
Dazu werden wissenschaftlich ermittelte CO₂-Emissionswerte auf Personenkilometer umgerechnet. Verkehrsmittel mit fossilen Energieträgern werden durch ihren überwiegend direkten Ausstoß abschließend in CO₂ angegeben und elektrische in CO₂-Äquivalenten.
Bei elektrischen Energieträgern sind Emissionswerte von ihrer Erzeugung abhängig. Wurde ein elektrisches Verkehrsmittel 2024 mit dem dt. Strommix versorgt wurden inkl. Vorkette und Bereitstellung etwa 427 gCO₂-Äquivalent emittiert. 100 % Ökostrom emittieren inkl. Vorkette nur etwa 8,8 gCO₂/kWh, wobei sich ihr Anteil im deutschen Strommix zur Erreichung von Klimazielen von 54 % zukünftig deutlich erhöhen soll. 11
Ergebnisse
Im Vergleich der Energieträger ergibt sich bei gleichem Verkehrsmittel eine signifikante Senkung der Treibhausgasemissionen von fossilen Brennstoffen über den elektrifizierten Verkehr bis hin zu ausschließlich erneuerbaren Energiequellen. Dabei nimmt der prozentuale Anteil von Emissionen im Betrieb ab hin zu einer höheren Bedeutung von zusätzlichen Life Cycle Komponenten in Bau, Rückbau und Betrieb. Dies
ist sowohl auf den geringeren CO₂-Ausstoß bei der Fahrt zurückzuführen als auch einen erhöhten CO₂-Wert für zusätzliche Fahrzeugteile wie die
Anfertigung und Austausch von Akkus z.B. bei PKW, Bus und Wasserbus.
So hat beim aktuellen Strommix noch der E-Bus knapp vor der Seilbahn durchschnittlich den geringsten Verbrauch, jedoch ist zu erwarten, dass er mit Zunahme an erneuerbaren Energien im Netz von Tram und allen Sorten von Seilbahnen abgehangen wird.
Diskussion
Ziel der Meta-Studie war es, vergleichbare Durchschnittswerte zu ermitteln, die für städtische Verkehrsplanungen genutzt werden können. Realwerte an einzelnen Standorten sind letztlich von vielen Faktoren abhängig, sodass Ergebnisse keine allgemeingültige Aussagekraft haben und nur ein Ausgangspunkt sein können.
Für Auto, Bus, Tram und Seilbahn gelang es, aussagekräftige Studien zusammenzufassen und Werte vergleichbar zu machen. *Die Verbrauchswerte für Wasserbusse hingegen basieren rein auf der Machbarkeitsstudie für die Stadt Köln und können in anderen Gewässern stark abweichen.