Stationsarchitektur für die Innenstadt

Die Architekturstudentin Lucy Giebat hat in ihrer Masterarbeit zwei urbane Seilbahnstationen für die Stadt Köln entworfen. Die Stationen, die als Baukastensystem konzipiert sind, vervollständigen ein visionäres, großflächiges Seilbahnsystem, welches den ÖPNV durch eine dritte Ebene erweitert. An dieser Stelle kam es zu einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit an der TH Köln. Während Lucy Giebat den architektonischen Part übernahm, erarbeiteten Eric Schweden und Moritz Kampschulte, Studenten der Fakultät Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Verkehrswesen, eine realistische Streckenführung. Betreut wurde die Gruppe durch Prof. Dr. Volker Stölting (Bauingenieur, Lehrgebiete Schienenverkehr und öffentliche Verkehrssysteme) und Prof. Jochen Siegemund (Architekt, Lehrgebiet Entwerfen, Objekt- und Raumgestaltung) und der Architektin Mirjam Matthiessen (Studio Schlotthauer Matthiessen) aus Hamburg.

Zusätzliche Unterstützung gab es durch den Think-Tank Urban Netways, die sich schon seit längerem mit einer On-Demand Technik beschäftigen.  Durch die On-Demand Nutzung können Ziele ohne Umstiege erreicht werden. So kann eine neue Art der Mobilität im ÖPNV entstehen. Die Stationen können flexibel in Größe und Form an die unterschiedlichen Standorte angepasst werden.

Beispielhaft wurden zwei Stationen architektonisch umgesetzt: der Ubierring als Minimalstation und der Deutzer Hafen als erweiterte Station. Die Seilbahn mit Stationen am Ubierring und am Deutzer Hafen wird zur wichtigsten Verbindung zwischen der Deutzer Seite und dem südlichen Altstadtviertel.

Der Ubierring ist als Minimalstation für den reinen Ein- und Ausstieg konzipiert. Sie ist aufgeständert, um den vorhandenen Fuß- und Radverkehr am Elisabeth-Treskow-Platz, sowie den Schiffsverkehr auf dem Rhein nicht zu stören. Eine Fußgängerbrücke verbindet die Station über die stark befahrene Rheinuferstraße hinweg mit dem Park des Ubierrings. Hier befindet sich der direkte Anschluss an das ÖPNV-Netz.

Die Station am Deutzer Hafen ergänzt das von Cobe geplante Neubauviertel und das bestehende ÖPNV-Netz. Die Fassaden bestehen aus gleichseitigen Holzdreiecken, die teilweise mit einer organischen Photovoltaikfolie überzogen sind. Da hier noch unbebaute Grundstücksflächen zur Verfügung stehen, kann eine größere Station errichtet werden. Diese dient als Service- und Logistikstation. Nachts können hier Pakete angeliefert und gelagert werden. Der Transport erfolgt über spezielle Kabinen. Tagsüber ist die Station ein belebter Ort, der das Viertel durch umfangreiche Angebote aufwertet. Geplant sind Räume für Kultur, Bewegung und Lernen, sowie Restaurants und ein Marktplatz.

Text: Fabian Weber auf Basis der Arbeiten von Lucy Giebat

Abschlussarbeit von Lucy Giebat​

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